The Crew The Crew Review

Reviews Gaming PS4
7

Good

Autorennen gab es schon viele und sogar welche, die als MMO klassifiziert wurden. The Crew sollte DAS online Rennspiel schlecht hin werden. Ob es die Erwartungen übertrifft oder eher eine Fehlzündung war, könnt Ihr in unserem Test lesen.

Vorab sei noch gesagt, um The Crew spielen zu können, benötigt man eine permanente Internetverbindung. Wir haben uns die Playstation 4 Version von The Crew angesehen und eins der großen Ärgernisse war, dass es alles andere stabil lief. Außerdem ist ein bestehendes Konto des Ubisoft-Dienstes Uplay Pflicht.

Unsere Rache

Wir starten das Spiel und werden, nach einer kleinen Cutszene direkt ins Geschehen geworfen. Wir müssen uns einmal mehr eine Verfolgungsjagd mit der Polizei liefern, welche uns auf den Fersen ist. Nach einer Spritztour durch die Landschaft haben wir sie zwar nicht abgehängt, aber unser Ziel erreicht und so dürfen wir, beruhigt weiter fahren. Unser eigentliches Ziel ist es eine Scheune ausfindig zu machen, welche wir von Harry, der uns angerufen hat, bekommen haben. Denn dort steht ein Auto für uns bereit, welches wir für ein Rennen in Detroit nutzen sollen. Doch vorher müssen wir unser 510 Net aktualisieren. Hierfür fahren wir einfach zu einer Datenstation, welche eine große Satellitenschüssel ist. Nachdem wir die Daten heruntergeladen haben, geht die Karte auf und wir sehen schon einen Teil des riesigen Spielplatzes, welchen wir befahren dürfen. Wir holen noch schnell das Auto und fahren direkt zum Rennen. Kurz nachdem wir in den schicken Wagen eingestiegen sind, bekommen wir auch schon wieder einen Anruf von Harry, dass sich unser Bruder Dayton über irgendetwas sorgen machen würde. Laut Alex, unserem Protagonisten in diesem Spiel, würde das gar nicht zu ihm passen und so sagen wir zu, gleich nach dem Rennen bei ihm vorbeizuschauen.

Unser erstes Rennen. Die Einführungsszene erinnert uns direkt an The Fast and the Furious denken. Peppige Musik, tolle Autos und eine schicke Inszenierung. Doch feiern können wir später, nun müssen wir erst das Rennen gewinnen. Wir dürfen, nachdem das Rennen gestartet wurde, nach der ersten Kurve das Steuer übernehmen und müssen gegen drei weitere Teilnehmer gewinnen. Für den Anfang leichter gesagt als getan. Zwar hatten wir ja schon einmal das Vergnügen einen Wagen vorher zu lenken, doch trotzdem müssen wir uns in die Steuerung und das Handling der Wagen erst einmal reinfinden. So mussten wir das Rennen zwei Mal neu starten, bis wir es endlich raus hatten. Aber selbst dann finden wir, ist das Handling nicht ganz so einfach und realistisch, wie wir uns es zu Anfang vorgestellt hatten. Dennoch gewinnen wir das Rennen ohne weitere Probleme und dürfen unseren Bruder abholen, um zu einem Treffen zu fahren. Hier sehen wir auch zum ersten Mal, wie der Protagonist aussieht. Er trägt einen Vollbart und eine markante Brille – wie ein typischer Hipster eben, nur nicht jemand wie man sich einen Autorennprofi vorstellt. Wie sich herausstellt, ist unser Bruder Dayton einer der Mitgründer der 510, welche eine Rennszene darstellt. Wobei es hier innerhalb der Szene auch entsprechende Ränge gibt. Von V2 einem unbedeutenden Lokalen Gebietschef bis hin zu V8, welche auch Dayton angehört, der Oberchefs der Szene. In kürzester Zeit rasen wir durch die Stadt um den Treffpunkt mit einem V4 Mitglied namens Shiv zu erreichen. Dieser soll wohl wissen, wo das fehlende Geld abgeblieben ist und Dayton möchte ihm dazu ein paar Fragen stellen.

Wir warten abends auf einem Hinterhof auf unseren V4 Mitglied und unser Protagonist ist sichtlich nervös. Als der V4 endlich auftaucht, geht Dayton zu ihm rüber, nach kurzer Zeit ist er aber ziemlich aufgeregt über etwas dreht sich rum und kommt zu uns zurück. Auf der Hälfte des Weges wird Dayton von dem besagten V4 hinterrücks erschossen. Er lässt die Waffe fallen und fährt davon. Fassungslos steigt Alex aus dem Wagen und rennt zu seinem Bruder, doch wie aus dem Nichts kommt auch schon das FBI angerauscht und nimmt Alex in Gewahrsam ohne auch nur daran zu denken Dayton helfen zu wollen.

5 Jahre später sitzen wir mit Handschellen in einem kleinen Raum und eine FBI Agentin namens Zoe kommt in den Raum und setzt sich uns gegenüber. Nach einer kurzen Unterhaltung wird klar, sie möchte mit uns einen Deal machen. Der Typ der uns hatte einbuchten lassen ist Special Agent Coburn, ein korrupter FBI Agent, welcher wohl Geschäfte mit der 510 macht. Besser gesagt mit dem, der unseren Bruder getötet hat – Dennis Jefferson alias Shiv. Sollten wir einwilligen, wird unsere Akte gelöscht, wir bekommen einen neuen Namen und können wieder in Freiheit leben, wenn wir das erledigt haben. Ansonsten hätten wir noch locker acht Jahre im Bau zu verbringen. Wir gehen natürlich ohne zu zögern auf den Deal ein, bekommen ein Handy und ein Auto, welches wir uns selbst kaufen dürfen. Hierbei haben wir die Auswahl zwischen einem 2010 Chevrolet Camaro SS, dem 2013 Nissan 370z z34, einem Ford Mustang GT 2011 und einem 2012 Dodge Challenger SRT8 392. Da wir mit jedem Wagen eine Probefahrt machen dürfen, tun wir das natürlich auch und testen diese auf Herz und Nieren. Am Ende entscheiden wir uns für den Chevrolet und werden mit 22.500 zur Kasse gebeten. Wie gut, dass das FBI die Rechnung zahlt.

Das Fahr- und Frusterlebnis

Haben wir das erledigt, geht die Jagd auf die zwei Typen, welche für den Tod von Dayton und unserer Einbuchtung verantwortlich waren los. Wir müssen uns von ganz unten hocharbeiten. Dabei steht uns ganz USA als offene, riesige Spielwelt zur Verfügung. Das Entwicklerteam von Ivory Tower hat hier sehr gut gearbeitet, Landschaften und Städte zu gestalten. Sobald wir einen Ort entdeckt haben und dies auf der Karte freigeschaltet ist, können wir dort auch per Schnellreise hin. In Detroit fängt alles an, dann geht es nach New York, Miami und natürlich Las Vegas und Los Angeles. Wir haben einige Kilometer vor uns, doch bis wir da sind, haben wir auch einige Rennen zu bestreiten. Hierbei können wir von Zeitrennen bis Verfolgungsjagden alles abliefern. Darüber hinaus ist das Ganze nicht nur auf Asphalt, sondern auch Off-Road gestaltet. Die Rennvielfalt hat einiges zu bieten. Dennoch kann man aber auch mal einfach so durch die Welt fahren und den ganzen Flair genießen. Im Verlauf der eigentlichen Story, welche ungefähr 20 Stunden veranschlagt, lernen wir auch einige Charaktere kennen, die uns auf unserem Weg begleiten und uns mit ihren Fähigkeiten unterstützen. Unter anderem den Mechaniker Omar und die Tunerin Alita sind nach kurzer Zeit mit an Bord und bringen für unsere Rennen einiges mit.

Bleiben wir aber vorerst bei den Missionen und Rennen. Wie schon erwähnt gibt es eine reiche Anzahl und es wird einem nicht wirklich langweilig. Auf dem Weg zu einer Mission können wir beispielsweise auch Mini-Spiele abwickeln, so müssen wir bei einem mit Höchstgeschwindigkeit einer Linie folgen und bei der nächsten, Slalom fahren. Auch Sprünge können wir absolvieren. Schaffbar ist dies in Bronze, Silber, Gold und wer richtig gut ist auch in Platin. Generell gibt es auch für jedes Auto ein entsprechendes Erweiterungs-Kit zusätzlich zur Basis Ausstattung. Straße, Gelände, Performance, Rallye oder Racing jedes Kit sorgt für eine andere Fahrdynamic und ist speziell für diese entsprechenden Rennen zugeschnitten. Ein Vorteil ist, fahren wir zu einem Rennen mit einem Auto, was nicht dafür geeignet ist, wir aber eines in der Garage stehen haben, wählt das Spiel dieses automatisch für uns aus. Für jedes erfolgreiche absolvieren dieser Minispiele oder Missionen, bekommen wir entsprechende Belohnungen in Form von Autoteilen, die wir auch direkt verbauen können. Das heißt nicht nur der Charakter hat ein entsprechendes Level, welches man erhöhen kann, um andere Autos kaufen zu können, sondern das Auto selbst auch. Dies finden wir ziemlich gut, da man nicht wie in anderen Rennspielen sein Auto einfach austauscht, sondern für eine sehr lange Zeit behält und versucht dieses dann besser zu machen. Aber mit knapp 40 Fahrzeugen fällt der Fuhrpark von The Crew auch nicht gerade groß aus. Hat man sein Auto mit allen möglichen Sachen um einiges aufgewertet, so kann man die Mini-Spiele alle locker mit Platin absolvieren.

Doch einen ganz gravierenden Nachteil hat das Verbessern des Wagens im Zusammenhang der Story und KI. Je besser der Wagen, desto besser die KI, je besser die KI, desto schneller hat sie dich bei einem Fehler eingeholt. Der sogenannte Gummiband Effekt ist hier sehr stark vertreten. Egal, welches Rennen man fährt, man muss dieses zumindest mit einer Genauigkeit von mehr als 97 % fahren. Fehler sind fatal und lassen einen eigentlich fast immer den Sieg kosten. Selbst wenn man mit Freunden eine Mission fährt und zusammenarbeitet, sodass einer den Wagen der KI rammt, damit der andere Fahrer davon fahren kann, ist nach sehr kurzer Zeit die KI wieder direkt hinter einem, wenn dieser einen nicht sogar schon überholt hat. Würde einem Selbst der Fehler passieren und man prallt mit einem anderen Fahrzeug zusammen, kann man das Rennen direkt neu starten. Ein Einholen ist somit nicht mehr möglich. Auch Verfolgermissionen werden hier gerne mal zum Trial and Error verfahren. Da hilft auch die Steuerung, welche wir eingangs erwähnt hatten, leider nicht viel. Im Vergleich zu anderen Rennspielen fühlt es sich bei The Crew etwas schwammig an. Das lässt sich zwar mit Verbesserungen durch Tuning Teile und Fähigkeiten durch der Crew beigetretene Charaktere zwar abschwächen, ideal ist das arcadige Spielgefühl aber nicht.

Hatten wir dann aber mal eine Mission geschafft, so verfolgte uns gleich das nächste große Problem. Die Server von Ubisoft sind, zumindest bei der Playstation 4 Version, sehr instabil und somit kam die Fehlermeldung, dass eine Verbindung nicht hergestellt werden konnte direkt nach dem Überfahren der Ziellinie. Mission hat nicht als erfolgreich gezählt und wieder durften wir uns daran versuchen das Unmögliche möglich zu machen und die computergesteuerten Fahrer zu besiegen. Wenn schon eine Onlinepflicht besteht, sollte zumindest das gewährleistet werden. So haben wir einige Stunden mit einer einzigen Mission verbracht und die Frust stieg immens.

Unschön ist auch das Schadensmodell so wie die Kollisionsabfrage. So können wir machen was wir wollen, wirklich kaputt bekommen wir das Auto nicht, und während wir hin und wieder Ampeln und Zäune umfahren, lässt es doch so mancher Gartenzaun kalt, wenn wir mit 200 Sachen dagegen fahren. Auch prallen wir gerne mal an ecken an, bei denen wir uns sicher sind, dass wir diese nicht berührt hatten. Aber selbst danach fahren wir gemütlich zu unserem nächsten Rennen als wäre nichts passiert.

Was die Grafik angeht, ist es, wie schon erwähnt, dem Team von Ivory Tower wirklich gut gelungen. Landschaften sind traumhaft gestaltet und Städte strotzen vor Leben. Die Modelle der Autos sind schön anzusehen und das Gesamtbild macht einen guten Eindruck. Durch die riesige Spielwelt gibt es auch so einiges zu entdecken. Beispielsweise kann man einen Abstecher zu den 250 Sehenswürdigkeiten machen und so ein ganz besonderes Feeling bekommen, wenn man durch die Landschaft fährt. Zusätzlich gibt es die Radarstationen, bei denen man sich neue Daten herunterladen kann. Einmal besucht tauchen neue Informationen auf der Karte auf. Durch eine Cutszene, die interessante Orte zeigt, welche stark an Assassin’s Creed erinnert, ist dies auch noch mal schön in Szene gesetzt. Leider gibt die Grafik nicht so viel her wie ein Need for Speed Rivals. Auch Wettereffekte fehlen hier leider gänzlich. Es ziehen zwar Wolken auf, doch von Regen und Schnee, obwohl es sehr schöne Schneelandschaften gibt, fehlt weit und breit jede Spur. Auch an Spiegeleffekte, wenn man im Cockpit sitzt, hat man hier gespart. Dafür hören sich die Motoren der Autos sehr gut an und haben einen satten Klang. Die Musik ist leider etwas eintönig aber im Hintergrund auch nicht wirklich störend. Das Einzige, was etwas schwach auf der Brust ist, sind die deutschen Synchronisationen. Hier kommt das Gangfeeling einfach nicht auf Touren. Dennoch können die Fans auf die englische Sprache zurückgreifen, was es um einiges besser macht.

Hinzu kommt die Option der Mikrotransaktion. Wie schon in Assassin’s Creed Unity kann der Spieler auch in The Crew entsprechend Geld ausgeben um sich Autos, Ausstattung oder andere Kleinigkeiten kaufen zu können. Beispielsweise kann man sich für knapp 5 Euro 45.000 Crew-Credits kaufen. Diese reichen dann für zwei Autos der Starter Klasse. Da es wie gesagt, nur eine Option ist, muss niemand darauf zurückgreifen und alles an Inhalt ist auch auf dem normalen Weg freischaltbar.

Eine Open World für mich alleine

The Crew sollte eigentlich als das neue große MMO auf Rädern werden. So hat man eine wie bereits erwähnt riesige Spielwelt erschaffen und damit man nicht alleine unterwegs ist, dürfen sich verschiedene Spieler eine Session teilen. Hierbei ist die Anzahl der Spieler in der Instanz sehr beschränkt und so fährt nur sehr selten einer der Anderen mal an uns vorbei. Dies erinnert stark nach Elders Scrolls Online, welches auch als MMO galt, man aber mehr als die Hälfte der Zeit alleine Verbrachte. Da muss man dann doch sich auf die eigenen Freunde beschränken. Diese Funktion tut nämlich wirklich, was es verspricht und man kann so die komplette Story, bis auf wenige aber verständliche ausnahmen, zusammen durchspielen, durch die Gegend fahren und natürlich gegen andere Teams antreten. Gut ist auch, dass man, wenn man in einem Team fährt, zusätzliche Erfahrungspunkte und Geld erhält. Auch machen die PvP Events einiges an Spaß, auch wenn man hier einiges an Wartezeit mitbringen muss.

Doch so schön es auch ist, dies ist die einzige Funktion im Zusammenspiel, die wirklich Spaß macht. Man kann beispielsweise weder Geld noch Autoteile untereinander tauschen und handeln noch kann man seine Crew wie eine Gilde oder ein Clan aufbauen und ein Logo basteln.

Good

  • Gute Grafik
  • Tolle Atmosphäre
  • Riesige Spielwelt
  • Sehr viele Sehenswürdigkeiten
  • Viele Missionen, Rennen und Mini-Spiele
  • Autos aufwertbar
  • Verschiedene Auto-Kits Straße, Gelände, Performance, Rallye und Racing
  • Gute Story

Bad

  • Gummiband-Effekt
  • Keine Wetter Effekte
  • Begrenzte Anzahl an Spielern in einer Session
  • Verbindungsabbrüche zu den Servern

Summary

The Crew ist ein schön anzusehendes Rennspiel mit vielen Extras. Darüber hinaus kann man es mit seinen Freunden zusammen Tagelang spielen. In der riesigen Spielwelt welche der USA nachempfunden wurde gibt es einiges zu entdecken darunter über 250 reale Sehenswürdigkeiten. Auch in der Vielfalt der Rennen, Missionen und Mini-Spielen wurde nicht gespart. Doch es gibt auch sehr viele Ärgernisse wie den Gummiband-Effekt der KI. Wenn man diesen einmal doch besiegt hat, kommen Verbindungsabbrüche zu den Servern. Da man immer online sein muss, kann man dies auch nicht umgehen und hier kommt man sehr nah an die Geduldsgrenze und wird oft auf die Probe gestellt. Ubisoft hatte versprochen das Ganze zu verbessern, aber wann man damit rechnen kann, wurde bisher noch nicht gesagt. Die PC Version ist etwas besser ausgefallen, aber dennoch ist The Crew bisher nicht das, was es hätte sein können.
7

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