Stronghold Crusader 2 Review

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7

Good

Herrliches Burgen bauen oder doch ein Reinfall in den Burggraben?

Zwölf Jahre mussten Fans von Stronghold Crusader auf einen würdigen Nachfolger warten. Mit Strongold 2 und Stronghold 3 konnte man zwar seine Zeit vertreiben aber spätestens mit dem dritten Teil der Serie war die Empörung der Fans ziemlich groß. Mit Stronghold Crusader 2 möchte Firefly Studios nun wieder quasi back to the roots. Ob das auch so gelingt wie angedacht, könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Kleine Anmerkung: Wer Stronghold Crusader 2 spielen möchte, muss dies über die bekannte und kostenlose Steam Plattform tun.

Ich bau mir eine Burg

Das Prinzip von Stronghold selbst hat sich auch im neuen Teil nicht verändert. Auch in Stronghold Crusaders 2 muss man Burgen errichten, sie verteidigen und natürlich mit seiner Armee die feindlichen Bergfriede einnehmen. Dies funktioniert auch relativ simpel. Als wir das Spiel starten, stellen wir fest, dass alles im alten Stil gehalten wurde. So findet man, sofern man die alten Teile gespielt hat, intuitiv die richtigen Menüpunkte. Generell aber ist es einfach gehalten.

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Wir möchten aber erst einmal ganz vorne Anfangen und starten mit den Tutorials. Diese sind wie immer alle sowohl in Englisch als auch in Deutsch voll Vertont. Leider fehlt uns die altbekannte Stimme aus den Vorrangegangen Teilen. Aber auch der aktuelle Sprecher ist angenehm und macht einen guten Job. Hier wird einem erklärt, wie man mit der Steuerung umzugehen hat, bis hin, wie man einen ordentlichen Krieg führt. Grundsätzlich spielt sich Stronghold Crusader 2 wie sein Vorgänger und das ist ein großes Plus. Was uns in den Tutorials noch direkt auffällt ist, dass das Stockpile und die Vorratskammer nur noch aus jeweils einem Gebäude besteht. Sprich diese haben ein unendliches Fassungsvermögen. Zum einen ist es ziemlich praktisch, da man weniger Baufläche verbraucht, die schon teilweise ziemlich beschränkt ist und sich hier nicht weiter darum kümmern muss dies ständig zu erweitern. Aber zum anderen, ist das alte Feeling hier leider nicht mehr vorhanden in dem man sieht, wie viel Ressourcen man tatsächlich hat. Nun hat man nicht mehr als eine volle Vorratskammer und eine Zahl. Auch die Ställe und Farmen sind nur noch auf jeweils ein Gebäude, was auch etwas kleiner gehalten wurde, begrenzt. Somit sind riesige Anbauflächen nicht mehr nötig und man hat mehr um es anderweitig zu verwenden.

Apropos Baubegrenzung. Leider sind die meisten Maps meistens so klein, dass man entweder nur ein paar Meter bis zu seinem Rivalen hat oder wenn sie einmal etwas größer sind, hat man eine zu starke Begrenzung wo man seine Mauern hinstellen kann, dass es schon irgendwie keinen Spaß mehr macht. So möchten wir eine große und taktisch ausgeklügelte Burg bauen, die schwer einzunehmen ist, aber das System lässt dieses nicht zu. Vor allem aber sind Ressourcen wie Stein und Eisen oft so weit weg von der Burg die man bauen kann, dass ein eingrenzendes Terretorium und Hilfestellung durch die Burg gar nicht möglich ist. Dies lässt unserer Meinung nach etwas zu wünschen übrig und die kreative Freiheit ist dadurch stark eingeschränkt.

Im Grunde ist es aber auch egal wie viel Mauerwerk um unseren doch wichtigen Bergfried steht. Denn selbst die kleinste Einheit kann die Mauern in null Komma nichts einreißen, was das Ganze etwas sinnfrei macht. Bei größeren Geschützen ist diese sogar mit nur wenig Schüssen möglich und die Feinde könnten, wenn man keine ordentliche Armee aus Bogen- oder Armbrustschützen noch irgendwo auf den Rest des Mauerwerkes oder auf einem Turm hätte die überlebt haben, einfach in die Burg spazieren. Zugegeben, durch die neue Physik und angepasste Grafik, sieht das Ganze natürlich auch nett aus. Aber das allein macht es nicht gut.

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Wenn wir schon bei der Grafik sind, wir lieben sie. Natürlich hätte man hier etwas aktueller sein und auch für weit aus mehr Abwechslung sorgen können. So sind die Maps gefühlt immer nur in der gleichen Wüste und wie schon angesprochen, sind die Einheiten auch immer alle gleich. Außer dem Banner und die Farbe unterscheidet sich hier nicht viel. Aber man muss dazu sagen, Stronghold ist eben Stronghold und uns kommt hier das alte Burgbau-Feeling auf. Was uns hier trotzdem noch fehlt, wäre ein richtiger Mapeditor. Dies sollte eigentlich nicht all zu schwer sein, denn mittlerweile ist dieser fast zum Standard geworden in jedem Strategiespiel.

Stronghold Crusader 2 versetzt den Spieler in das Jahr 1189. Richard Löwenherz befindet sich auf einem Kreuzzug gegen den Sultan Saladin. Die Aufgabe ist also klar, Burgen errichten, Armeen aufzustellen und die Festungen der Feinde in Schutt und Asche zu legen. Hat man die Kampagne, welche aus acht Missionen besteht, durchgespielt, so hat man die Möglichkeit sein Verlangen nach Kriegen zwischen Kreuzrittern und den Truppen Saladins in „Scharmützel-Zügen“ zu stillen. Hier erwartet den Spieler weitere 24 Gefechte gegen die KI. Hier wird es auch etwas spannender, denn mit jedem Gefecht wird der Gegner schwieriger zu besiegen. Was daran liegt, dass die Anzahl der Einheiten in der Gegnerischen Armee massiv steigt. Taktisch gesehen ist es nicht viel anders als in der Kampagne.

Wenn man abseits der Kampagne spielt um zum Beispiel mal die gegnerische Fraktion zu sehen wird man auch hier schnell enttäuscht. Unterschiede gibt es kaum welche. So werden aus Schweinefarmen nur Ziegenfarmen und auch Mauern haben nur einen leichten orientalischen Touch. Viel schlimmer hierbei ist es, dass sogar die Östliche Fraktion Kreuzritter auf das Feld schickt und ihre eigentlich als eigenen Einheiten eingestuften Leute aus den Söldner Lagern rekrutieren muss. Der Kern des Spieles ist aber wie immer der Multiplayer und dieser macht auch für nicht Fans ziemlichen Spaß und dies auch über einen längeren Zeitraum. Vor allem kann man gerade hier der manchmal eintönigen KI entkommen und mit oder auch gegen seine Freunde spielen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist der Sandbox Modus. Hier kann man abseits allen Trubels seine Burg nach Lust und Laune aufbauen und endlich das riesige Prachtstück fertig stellen, welches man sich wünscht. Es sind einem keine Grenzen gesetzt. Eventuell kann es, da hier natürlich keine Gegner vorhanden sind, im Kampf etwas langweilig werden, aber man hat hier alle Entfaltungsmöglichkeiten die das Burgenherz begehrt. Hier macht es einfach riesen Spaß und ist sehr entspannend. Ganz so öde wird es aber nicht, denn Szenarien wie Tornados sind natürlich weiterhin vorhanden.

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Good

  • Sehr schöner Sandbox Modus
  • Multiplayer macht auch nach Stunden Spaß
  • Gute Physik
  • Strategisch gute Änderungen wie Stokpile/Vorratskammer

Bad

  • Schwache Mauern
  • Sehr begrenzter Bauplatz
  • Kleine Maps
  • Alle Fraktionen haben die selben Einheiten
  • Ki setzt auf Masse statt auf Taktik

Summary

Bei Stronghold Crusader 2 streiten sich die Geister. Im Grunde ist Stronghold hier einfach nur Stronghold und die Basis ist gut wie sie ist. Im Multiplayer macht es einfach Spaß sich mit Freunden zu kloppen und im Sandbox Modus baut man die Burg seiner Träume. Doch Träume hin oder her, sie alle bringen nichts, wenn es an einigen Ecken hakt. So zum Beispiel die generelle Baufläche für die Burg. Diese ist, bis auf den besagten Sandbox Modus, sehr begrenzt und auch die Schwierigkeit der KI lässt zu wünschen übrig. Hier setzt man weniger auf Taktik statt auf Masse. Der Singleplayer beläuft sich inklusive dem Schamützel auf 31 Missionen, was technisch gesehen auch etwas hätte ausgebaut werden können. Darüber hinaus kommt noch dazu, dass im Grunde nicht viel an der Grafik getan wurde. Sie ist nun hochauflösender, aber hat sich im Vergleich zum Vorgänger aus 2002 nicht sehr viel verändert. Effekte gibt es auch nicht viele und die Maps fühlen sich an als wären es immer die selben. Dennoch muss man Firefly Studios zu gute halten, dass sie einiges an Bugs ausgemerzt haben und so kaum was zum Vorschein kommt. Im Gesamten tut Stronghold das was es tun soll und wir können sagen, für die, die nochmal auf alte Stronghold Manier mit Freunden um die Wette bauen und kämpfen wollen, dass sich der Kauf lohnen kann. Auch für die, die noch gar keinen Ableger davon gespielt hatten, kann es sich durchaus lohnen. Man darf nur nicht zu viel erwarten. Stronghold Crusader 2 erscheint unter anderem in der Day-1-Editon welche eine hochwertige Box inklusive der Mini-Kampagne "Freiheitskämpfer", der digitalen Vollversion Stronghold Crusader HD, sowie ein Wendeposter und ein Starterpaket für de.StrongholdKingdoms.com enhält.
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