Sacred 3 Review

Gaming PC Reviews
6

Fair

Viel Wirbel gab es um das neue Spiel Sacred 3 von Deep Silver. Die Ratings ziehen das Spiel sozusagen ins Bodenlose. Ob das wirklich gerechtfertigt ist, werdet ihr in unserem Artikel erfahren.
Am 2. Oktober 2008, also vor gut 6 Jahren kam das letzte Sacred der Reihe auf dem Markt. Bis vor einigen Monaten war es hier auch ziemlich ruhig. Nicht viele haben daran geglaubt, dass es wirklich nochmal eine Fortsetzung geben wird. Nun war es aber doch so weit. Vor zwei Wochen wurde Sacred 3 veröffentlicht und es sorgte für einige Überraschungen.

Das etwas andere Sacred

Sacred 3 spielt nach den Ereignissen von Sacred Citadel und baut auch auf diese Handlung auf. Zane, welcher als Herrscher über das Reich Ashen gilt, versucht nun, mit Hilfe eines uralten Artefakts namens Herz von Ancaria, zum Halbgott zu werden. Doch die Seraphim, haben es an einem sicheren Ort versteckt. Um so ein Ziel zu erreichen tut man bekanntlich alles und so verbündet Zane sich mit Dämonen und öffnet die Tore zur Unterwelt. Dadurch, dass die Seraphim, wie durch Sacred Citadel bekannt, durch Zane nahezu ausgelöscht wurden, ist nun eine Gruppe von Helden, welche der Hauptcharakter des Spieles die Führung übernimmt, da um Zanes Pläne und damit seinen Aufstieg zum Halbgott zu verhindern.

Nachdem der Spieler im Menü landet, welches relativ gut aufgebaut ist, und ein Spiel mit seinem, aus fünf zur verfühgung stehenden die sich aber leider alle gleich spielen, ausgewählten Charakter startet, wird dieser durch eine entsprechende Story Szene geführt. Diese hinter sich gebracht, bekommt man durch eine weitere Cutszene erklärt was passiert ist und wie man vorgehen sollte. Danach geht es endlich rund. Zu unserem erstaunen gibt es eine Art Tutorial, doch nicht wie im klassischen Sinne, dass man irgendwo steht und auf Holzpuppen haut oder ähnliches, hier begleitet uns die Stimme von Aria, einer Seraphim mit starken Telepathischen Kräften, und erklärt und während des spielens alles wichtige und nötige was wir wissen müssen um sicher an unserem Ziel anzukommen. Hierbei haben wir zusätzlich die die Auswahl von drei Schwierigkeitsstufen, wobei die letzte Stufe nur was für echte Könner ist.

Nachdem wir uns mit der sehr gewöhnungsbedürftigen Steuerung von Maus und Tastatur angefreundet haben, welche mit dem Controller wesentlich leichter von der Hand geht, können wir uns auch den Fähigkeiten des Charakters widmen. Wir hatten uns anfangs für die Seraphim entschieden und haben nun eine Energiekugel die wir von uns wegschleudern können und eine Art Wirbel zur Verfügung. Diese sind unsere nutzbaren Skills die wir im laufe des Spieles auch gegen andere austauschen können. Hinzukommen noch ein Standardangriff und eine Spezialattacke mit der wir einen Luftdruck erzeugen um beispielsweise Schilde zu durchbrechen. Auch eine Rolle können wir machen um etwaigen Angriffen ausweichen zu können.

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Sind wir nun ein paar Meter gelaufen, kommen auch schon die ersten Monsterscharen auf uns zu. Diese dezimieren wir aber kurzerhand und schon darf es weitergehen. Im laufe des Spieles wird die Anzahl der Gegner größer und natürlich werden diese auch stärker wobei die Gegner hin und wieder auch mit gefährlichen Spezialattacken daher kommen um uns das Leben schwer zu machen. Somit sind geniale Schlachten die manchmal sehr fordernd sein können definitiv vorauszusehen. Hierbei sei gesagt, dass das Gameplay und somit auch das Kampfsystem nichts mehr mit den Vorgängern zu tun hat. Das heißt aus einem Hack and Slay Kampfstil ala Diablo wurde nun ein Action Rollenspiel wie Dynasty Warriors. Hier haben wir auch schon den Knackpunkt des ganzen Trubels um Sacred 3. Natürlich hätte man dies besser lösen können. Viele Spiele nehmen neue Kampfsysteme oder gar andere Genres. Aktuelles Beispiel Fable mit Fable Legends. Dies wird abseits der normalen Reihe auf den Markt gebracht und besteht aus einem anderen System dahinter. Doch Sacred 3 als direkten Nachfolger zu verkaufen, war sicherlich nicht die schlauste Art frischen Wind rein zu bringen. Denn nichts ist schlimmer als die Erwartungen der Community komplett über den Haufen zu werfen. Im Umkehrschluss müssen wir jedoch sagen, dass wir das System gar nicht so schlecht finden wie es viele zu machen versuchen.

Im laufe der Mission beziehungsweise des Levels fällt uns auf, dass es rein gar kein Loot für uns gibt. Zuerst dachten wir, dass wir eventuell nur Pech hatten, doch tatsächlich ist es so, dass es in Sacred 3 kein Lootsystem gibt. Dieses finden wir relativ schade, denn das ist eines der Features die den Spieler bei Laune halten. Statt Loot-System gibt es also jeweils ganze drei vorgegebene Waffen und eine Rüstungen pro Charakter. Diese sind zwar auflevelbar aber ganz so individuell ist dies leider nicht.

Gute Mine zum Bösen Spiel?

Trotzdem lassen wir uns deswegen nicht unterkriegen und während wir eine Monstergruppe nach der anderen schnetzeln, bewundern wir die doch recht farbenfrohe und stimmige umgesetzte, typische Fantasy-Kulisse. Hier haben sich die Entwickler von Keen Games einige Mühe gegeben. Auch der gute Sound und die Musik ist nicht zu verachten. Die Geräuschkulisse während man Monster tötet oder wenn man durch Bombenhageln läuft die durch einen Vulkanausbruch oder von Dämonen herbeigerufen wurden, ist sehr einladend und der dazu gut passende Soundtrack rundet die Sache ab. Auch die Sprecher machen ihre Arbeit eigentlich relativ gut. Hin und wieder hat man das Gefühl, dass etwas Unlust dabei war aber das verfliegt schnell durch die Sprüche, welche einen immer begleiten und im gesamten ist der Humor für diese Art von Spiel genau das richtige, auch wenn es oft sehr oberflächlich ist. Auch hat das Spiel keine offene Spielwelt und so verhält sich alles strickt linear. Hat man am Anfang die Monster getötet, so geht man zu den nächsten und Quests macht man hier im vorbeigehen.

Um es dem Spieler einfacher zu machen gibt es eine Art Shop. Kein Shop in dem man echtes Geld stecken müsste geschweige denn könnte. Dieser hat Tränke die man sich mit dem Gold, welches man auf seiner Reise findet, kaufen kann. Story technisch sehen wir hier keinen Grund, warum wir Geld ausgeben sollten für eine Schlacht, die wir nicht für uns sondern für andere schlagen. Technisch gesehen macht der Shop leider absolut keinen Sinn und erfüllt auch keinen besonderen Zweck. Alles was man kauft, findet man auch und wir haben keinen dieser Tränke wirklich genutzt oder gar gebraucht. Hier hat man also leider die Ressourcen die man in anderes hätte stecken können, verschwendet.

Nun haben wir das Ende des ersten Levels erreicht und müssen uns somit auch unserem ersten Boss stellen. Für den ersten Boss und der eingangs erwähnten schwierigen Steuerung braucht es ein paar Versuche bis man den Dreh raus hat. Doch hat man das ganze fest im Griff, so geht das ganze Kinder leicht. So heißt es also den Spezialangriff des Bosses unterbrechen, angreifen und ausweichen. Leider ist dies für fast alle Bosse so vorgesehen und man hier daher nicht viel Abwechslung. Dennoch kann der Kampf ziemlich fordernd werden und hat man einmal nicht aufgepasst, liegt man auf dem Boden und darf den Kampf von vorne beginnen. Denn so ein Boss, den es nach jedem Level gibt, haut schon einmal kräftig zu.

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Haben wir diesen besiegt, bekommen wir zur Belohnung einen Waffengeist. Waffengeister sind in Sacred 3 Wegbegleiter welche den Spielern helfen ihre Helden aufzustufen und ihre Waffen noch tödlicher machen. Es gibt diese Geister in 10 verschiedenen Variationen mit jeweils verschiedenen Kräften. Somit kann man beispielsweise die Gesundheit, Bewegung oder die Trefferquote steigern. Darüber hinaus, können diese Geister sowohl im Singeplayer als auch im Multiplayer mit freunden genutzt werden. Doch das ist nicht alles. Zusätzlich zu den verschiedenen aktiven und passiven Buffs welche immer Vor- und Nachteile bringt, können diese auch noch reden. Unser erster Waffengeist ist ein Magier der gerne mal Sexuelle Anspielungen startet. Hierbei ist es egal welchen Charakter ihr habt, die Sprüche und Zuneigung ist immer die selbe. Hierbei kann es in Gesprächen zu wirklich witzigen Momenten kommen und wie schon erwähnt, ist dieser Humor genau richtig für diese Art von Spiel. Doch leider müssen die Waffengeister während des Spielens auch immer irgendwelche zufälligen Kommentare rein rufen und genau dies macht den nervigen Part aus. Hier hätten wir uns eine saubere Lösung seitens der Entwickler gewünscht.

Hat man den ersten Level also gemeistert und hat den Punktestatus Screen hinter sich, so kann man nun das nächste Level auswählen. Gut finden wir, dass man auch ein Level auswählen kann, was für einen ganz und gar nicht gedacht ist. So hat man hier durchaus doch ein wenig Freiheiten und man könnte so mit freunden, die schon etwas höher im Level sind, trotzdem mitreisen. Im gesamten hat die komplette Story circa 10 Stunden Spielzeit zu bieten und wer nicht gern alleine ist, kann die komplette Story auch im Koop offline mit einem weiteren und online bis zu drei weiteren Spielern zusammen spielen. Wir müssen zugeben, das Spiel macht mit mehreren zusammen eine Menge Spaß und wir können diesen Part jedem ans Herz legen. Wenn man sich lieber anderen anschließen möchte, muss man hier ein wenig aufpassen. Das Multiplayer Matchmaking ist nicht ganz so gut. Dies muss kein Fehler der Entwickler sein, das kann auch daran liegen, dass das Spiel nicht so viele Spieler im Multiplayer spielen wie welche, die dafür vorgesehen sind. Hier findet man zum Beispiel immer jemanden, der Storytechnisch viel weiter ist und/oder im Level über beziehungsweise unter einem. Somit ist das Balancing etwas unausgeglichen.

Wenn man mal keine Lust mehr auf die Story hat, so gibt es noch genug Nebenquests und sogar eine Arena. In dieser gilt es immer stärkere Monsterwellen zu besiegen. Dabei ist es nicht immer einfach. Doch hat man das geschafft, gibt es natürlich auch eine Belohnung. Hier hat man auf jeden Fall etwas Abwechslung zum Storyverlauf.

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Good

  • Fordernde Kämpfe durch Gegner mit Spezialangriffen
  • Guter Humor für diese Art von Spiel
  • 5 verschiedene Charaktere...
  • 10 Verschiedene Waffengeister...
  • Grafik und Fantasy Kulisse gut gelungen
  • Ansprechende Athmosphäre und stimmiger Soundtrack
  • Multiplayer macht viel Spaß
  • Arena-Missionen für die Abwechslung

Bad

  • Kein richtiger Sacred Nachfolger eher ein Sidegame ala Citadel
  • Steuerung sehr gewöhnungsbedürftig
  • ...die sich aber alle gleich spielen
  • ...die für nervige Zwischenrufe sorgen
  • Sinnloser ingame Shop
  • Kein Loot- und individuelles Aufwertungssystem
  • Multiplayer etwas unbalanced

Summary

Sacred 3 schlägt vielen auf den Magen. Würden wir uns nur darauf beziehen, dass Sacred 3 als Nachfolger für den zweiten Teil gilt, wäre dies wahrlich ein eher schlechter Scherz. Doch nimmt man dies einmal beiseite, so hat man ein ordentliches Schnetzelgame, was sich nicht unbedingt verstecken muss. An vielen Stellen hakt es noch, wie zum Beispiel die Nervigen Zwischenrufe der Waffengeister, einem nutzlosen Shop, dem fehlenden Loot- und gutem Aufwertungssystem und natürlich der sehr gewöhnungsbedürftigen Steuerung. Doch die Grafik welche auf Fantasy aufbaut, die Athmosphäre und der stimmige Soundtrack heben das Spiel doch aus der Misere etwas raus. Für das was Sacred 3 ist, macht es einen ordentlichen Job. Für das was Sacred 3 sein sollte und was viele erwarten, ist es eher eine enttäuschung. Man hätte sich hier wie für Sacred Citadel einen Nebenprodukt entscheiden sollen, dann wäre der Aufruhr in der Community weniger impulsiv gewesen. Dennoch, wer Fan der Reihe ist und auf Spiele wie Dynastie Warriors und Co steht, der kann sich Sacred 3 ruhig einmal anschauen. Im Multiplayer mit freunden macht es Spaß und das ist doch was zählt. Für alle anderen bleibt zumindest die Hoffnung, dass ein Sacred 4 alles besser macht und die Fanbase wieder für sich gewinnt.
6

Fair

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