Madden NFL 15 Review

Gaming PS4
8.5

Great

Packt die Football Ausrüstung aus, jetzt geht es ab zum SuperBowl! Wir haben für euch Madden NFL 15 angetestet.

Mit Madden NFL 15 bringt Electronic Arts das zweite Spiel einer Serie mit der Ignite Engine heraus. Für mich persönlich ist es das erste Spiel, welches ich mit der Ignite Engine testen konnte und darüber hinaus, ist es das erste Madden überhaupt, das meiner Kritik unterliegt. Somit konnte ich mich gleich doppelt darüber freuen. Ob die Euphorie bis zum Ende anhält oder sich Ernüchterung einstellt, könnt ihr nun in diesem Artikel lesen.

Der wohl erfolgreichste Sport

Die Installation ging sehr schnell von statten. Auch das entsprechende Update, welches das Spiel zu Anfang laden musste, war nicht sehr groß und somit fix heruntergeladen.

Wir starten das Spiel und es begrüßt uns ein schönes Intro, dass einzelne Spielszenen zeigt. Mittendrin wird das Intro in ein Spiel umgewandelt und wir dürfen direkt loslegen. Dies ist etwas ungewöhnlich und sieht man eigentlich nie. Dadurch, dass ich in diesem Fall ein blutiger Anfänger bin, mache ich natürlich einige Fehler, aber die Steuerung begeistert vom ersten Moment an.

Nachdem wir einige Szenarien durchgespielt haben, kommen wir zu den Einstellungen. Hier haben wir einiges zur Auswahl, wie zum Beispiel die Taktiken die wir gerne spielen wollen würden und natürlich für welches Team wir antreten möchten. Wir belassen das meiste beim Standard, wählen unser Team die Philadelphia Eagles und manövrieren uns durch das Menü. Als wir fertig sind, kommen wir zu den Tutorials. Wir gucken uns ein wenig um und stellen fest, dass dies wohl eines der ausführlichsten Tutorials ist, die Spiele überhaupt bieten. Hier ist jede noch so erdenkliche Möglichkeit im Spiel als Tutorial vorhanden. So steigen wir in das erste Tutorial ein. Hier wird einem in mehreren Kategorien wie unter anderem Basic Offense gezeigt, wie man Pässe oder Field Goal Kicking richtig durchführt. Weitere Tutorials wie in der Defense Kategorie sind beispielsweise das Tackling. Aber auch Strategie kann hier in einer eigenen Kategorie trainiert werden. Ein tolles Feature hier ist der Gauntlet Modus. Dieser stellt einige Arcade Spiele zur Verfügung mit ähnlichkeiten von Bosskämpfen. Dabei kann man sich sein und das gegnerische Team aussuchen. Insgesamt können die Tutorials an sich schon einige Stunden in Anspruch nehmen. Hier ist zu sagen, dass man natürlich nicht alle absolvieren muss, aber um besser zu werden, kann es durchaus von Vorteil sein. Was uns hier fehlt ist zum reinen Text noch eine Art Vorführung. Damit man auch sieht, wie genau es gemeint wäre.

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Die Tutorials durch, möchten wir uns nun in richtigen Spielen messen. So starten wir unter Play now ein schnelles Spiel und können nochmal ein paar Feinheiten wie Taktiken festlegen und los geht es. In einer kurzen Vorschau wird gezeigt welche Teams gegeneinander antreten und welche Spieler gerade besonders hervorstechen. Begleitet wird das Ganze durch zwei Kommentatoren, die man auch kurz sieht und die ihren Job auch wirklich gut machen. Leider wird es wie in jedem Sportspiel trotzdem irgendwann etwas öde diesen zwei zuzuhören. Dadurch, dass das Spiel auch nur in Englisch ist, werden diese zwei den deutschsprachigen Spielern leider nicht den Gefallen tun und ihre Sprache ändern. Nun geht es aber los und wir starten in unserer Angriffsphase mit dem ersten von vier Versuchen den Ball 10 Yards weiter nach vorne zu bringen. Dies bezeichnet man beim Football als first down. Nach vier erfolglosen Versuchen den Ball über die Magische Grenze von 10 Yards zu bringen, gibt es einen Turnover und der Gegner darf nun sein Glück versuchen. Nun wählen wir unsere Verteidigungstaktik und konnten den Gegner direkt aufhalten. Da es so gut funktioniert hat, machen wir das ganze nochmal und leider geht dieser Versuch daneben. Der Gegner kam durch und konnte 10 Yards gut machen. Nun heißt es, eine andere Taktik ausprobieren und es klappt. Das zweite First down des Gegners konnten wir erfolgreich verhindern. Auch die weiteren gingen relativ einfach von der Hand.

Nun dürfen wir wieder angreifen. First down und wir stehen 70 Yards von unserem Ziel entfernt. Es geht los, wir stürmen nach vorne und kurz vor den 10 Yards werden wir zu Boden geworfen. Weiter geht es mit dem second down. Neue Taktik, einfach durch die Mitte. Es klappt und nun sind wir nur noch 60 Yards entfernt. Zweites first down, selbe Taktik, es klappt wieder und wir haben die 50er Yard Marke erreicht. Auch beim dritten first down klappt es. Da wir unser Glück aber nicht überstrapazieren möchten, wählen wir nun eine Taktik aus, die einen einzelnen Spieler links an allen vorbeischickt. Wieder steht alles in den Startlöchern, das Publikum jubelt und dank der Athmosphäre, den ganzen Details wie Fangesang und den Kommentatoren fühlt man sich wie als würde man einem richtigen Footballspiel mitfiebern, nur dass man es hier auch noch selbst in der Hand hat und somit heizt das Ganze noch weiter an. Der Ball flieg zum Quarterback, wir schauen uns um und genau der Spieler, welchen wir durch unsere Taktik links außen am Rand haben laufen lassen, steht frei. Wir werfen also den Ball zu dem Spieler und er fängt. Nun wechseln wir automatisch auf diesen Spieler und können ihn beliebig steuern. Wir sprinten so schnell es geht nach vorne. 30 Yards, die gegnerischen Spieler kommen von allen seiten auf uns zu. 20 Yards, es wird knapp, die Gegner verfehlen uns nur um Haaresbreite. 10 Yards, die Fans gröhlen und TOUCHDOWN! Wir haben mit dem Ball die Endzone erreicht und unser Spieler freut sich riesig.

Nach einem Touchdown dürfen wir natürlich noch ein Field Goal schießen. Genauer gesagt ein PAT (point after touchdown). Hierbei müssen wir den Ball zwischen den Gegnerischen Stangen durchschießen. Unser Mann steht schon bereit, wir regeln mit den Sticks die Richtung und weite und fangen an zu schießen. Leider versauen wir den Schuss trotzdem irgendwie und schieben es einfach auf die Aufregung durch den gerade erzielten Touchdown. Der Gegner bekommt den Ball aber unsere Spieler sind schon zur Stelle und stürzen sich auf ihn. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Die erste Halbzeit ist vorrüber und ein weiterer Versuch einen Touchdown zu verwandeln schlägt an der 10er Yard Marke fehl. Dennoch konnten wir noch ein FieldGoal durch das vierte down erreichen. Der Gegner hingegen konnte keinen einzigen Punkt machen und muss sich hier geschlagen geben.

Neben dem schnellen Spiel gegen die KI gibt es auch den Head to Head Modus, in dem man online gegen andere Spieler antreten und den Ultimate Team Modus, bei dem man sein ganz eigenes Team aufstellen kann. Letzteres finde ich eine Klasse Sache und fand in FIFA bereits guten Anklang. In Madden NFL 15 wurde der Modus auch nochmal um einiges verbessert und ein etwas schlankeren Inhalt verpasst. Das einzige was aber nicht möglich ist, sind Mikrotransaktionen. Das heißt, wenn man hier was erreichen möchte, kommt man nicht drum herum wirklich viel zu spielen. Was einerseits gut sein kann, da man den Erfolg an der Zeit misst, die man hier investiert, aber auch negativ, da man als Casual Spieler wohl nicht diese entsprechende Zeit aufbringen kann. Ob hier noch ein entsprechendes Feature nachgereicht wird, ist zur Zeit nicht bekannt. Wir werden uns dem auf jeden Fall in nächster Zeit intensiver widmen, da wir denken, dass es auf jeden Fall eine menge Spaß machen kann.

Insgesamt hat der Singleplayer satte 50 Stunden Spielzeit zu bieten und damit ist man schon weit über einem gewöhnlichem Rollenspiel. Hier hat man seitens Electronic Arts auf jeden Fall zugelegt und dafür gesorgt, dass keiner zu kurz kommt.

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Zusammen oder gegeneinander

Im Multiplayer kann man einmal richtig die Sau raus lassen. Entweder schnappt man sich einen Freund und spielt dann miteinander oder sucht sich zufällige Gegner und stampft diese in den Boden. Der Multiplayer kommt mit einigen Modis daher doch keinem neuen zum Vorgänger. Dennoch hat man an den altbekannten etwas rumgeschraubt und kann hier wieder ein wenig Punkten. Neben den ganzen Spielstunden im Singleplayer kann im Multiplayer auch noch einmal so viel an Zeit vergehen.

Technisch überholt

Bekanntlich macht Electronic Arts gerne nur kleine Sprünge was die Technik angeht. Jedes Jahr werden Spieleserien wie FIFA oder auch Madden auf den Markt gebracht und man sieht, dass sich nicht viel getan hat. Mit Madden NFL 15 hingegen gab es eine größere Verbesserung. Beispielsweise wurde die Kulisse in Stadien drastisch verbessert. Hier sind mehr Details zu erwarten als in den Vorgängern. Die Grafik wurde aufgepeppt und durch die verbesserten Kamers, welche die Perspektiven deutlich besser einfangen und dem Spieler das Gefühl geben ein Live Spiel im Fernsehen zu verfolgen, kann man während des Spieles und der kleinen Zwischenpausen das Spiel in vollem Umfang genießen. Trotzdem sind hin und wieder mal Animationen die komisch aussehen und trotz den angeblichen 1080p High Definition könnte es etwas schärfer sein und die Kantenglättung sollte hier stärker zum Einsatz kommen. Hinzu kommt natürlich auch der Sound. Ob das Jubeln der Fans, ihre Gesänge oder die Kommentatoren. Alle geben ein gutes Gesamtpaket ab und lassen es sehr lebendig erscheinen. Auch die Musik in den Menüs ist gut gelungen, aber dennoch nicht jedermanns Sache.

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Wer die Vorgänger kennt, konnte bisweilen auch manchmal etwas an der KI verzweifeln. Diese ist in Madden NFL 15 aber deutlich besser. Reaktionen folgen auf Aktionen sehr schnell und intuitiv. Somit ist es schwer einfach mal einen Touchdown zu erlangen. Hier ist definitiv mehr Taktik gefragt. Doch dies ist kein Problem, denn die taktische Sparte von Madden NFL 15 wurde ebenfalls verbessert und man hier tiefer ins Detail gehen. Das heißt es sollten keine Wünsche mehr offen bleiben. Mit der Steuerung die eigentlich sehr gut umgesetzt wurde, ist das Ausführen der Taktiken dann auch kein Problem. Dies alles hat man der Ignite Engine zu verdanken, welche hier einen grandiosen Job macht.

Das Menü ist wie schon aus Spielen wie FIFA 14 bekannt und sehr übersichtlich. Leider muss man in den meisten Menüs noch ein wenig Ladezeit in Anspruch nehmen und dies hätte mit Sicherheit ein wenig anders gelöst werden können.

Good

  • Verbesserte KI
  • Gute Steuerung
  • Extrem gut ausgebautes Tutorial
  • Viele kleine Details
  • Originalgetreue Spieler und Stadien
  • TV-reife Atmosphäre
  • 50 Stunden Singleplayer

Bad

  • Nur in englisch verfügbar
  • Für Anfänger etwas schwierig reinzufinden
  • Hin und wieder kleine Animationsprobleme
  • Kantenglättung etwas zu schwach

Summary

Madden NFL 15 ist für mich, abgesehen von BloodBowl, das erste FootBall Spiel, welches ich bisher spielen und testen konnte. Wie eingangs erwähnt, konnte ich mich dann auch mit Ignite Engine gleich doppelt darüber freuen. Insgesamt macht Madden NFL 15 einen sehr guten und soliden Eindruck. Der Einstieg wird einem versucht so leicht wie möglich zu machen, dafür gibt es zahlreiche Tutorials die man als Spieler durchgehen kann. Leider ist es trotzdem nicht ganz so einfach in das Spiel zu finden und die Matches zu absolvieren. Mit der Ignite Engine hat Electronic Arts einiges geleistet. Die KI ist deutlich besser als in den Vorgängern. Die Grafik und Details so wie Sound und Athmosphäre laden nur so dazu ein, das Spiel zu spielen und Spaß zu haben. Doch auch hier muss man, wenn auch nur selten, mit Animationsfehlern rechnen und die Kantenglättung hätte hier bessere Arbeit leisten können. Taktisch wurde das Spiel stärker aufgebohrt und die Steuerung ist hierfür genau richtig. Die Spieler lassen sich so steuern wie man es wirklich möchte. Der Multiplayer ist bei solchen Spielen immer das Herzstück. Hier kann man sich zwar durch den starken Singleplayer nicht so ganz entscheiden. Aber das Ultimate Team und der Head to Head Modus lassen den Spieler definitiv nochmal so viel Zeit hier verbringen wie im Singleplayer Modus. Insgesamt macht das Spiel mehr her als seine Vorgänger oder andere dieser Art. Wer also auf ein taktisches Sport Spiel aus ist, ist mit Madden NFL 15 gut bedient.
8.5

Great

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