Dragon Age Inquisition Dragon Age Inquisition Review

Reviews Gaming PC
8.5

Great

Mehr als drei Jahre haben wir nun gespannt auf den Nachfolger der Dragon Age Reihe gewartet. Natürlich haben wir uns direkt auf das Spiel gestürzt.

Nach dem zweiten Teil der Reihe gab es eine eher gespaltene Community. Viele waren Fürsprecher des ersten Teiles und andere wiederum des zweiten Teiles. Beispielsweise waren die Open World Freiheiten nicht mehr gegeben oder gar das Kampfsystem wurde angeprangert. Der Entwickler BioWare hat aber versprochen im dritten teil die besten Features aus den vorherigen Teilen der Serie zu vereinen. Wie es damit aussieht, könnt ihr in unserem Review erfahren. Als Hinweis sei noch gesagt, wer Dragon Age Inquisition auf dem PC spielen möchte, muss dieses über die Electronic Arts eigene Spiele-Plattform Origin tun.

Wonderful World 02

Vom Gefangen zum Helden

Im Hauptmenü des Spieles sehen wir, wie Magier und Templer gemeinsam zu einem Ort pilgern. Als wir auf neues Spiel klicken explodiert das sich im Hintergrund befindende Gebäude. Wir dürfen unsere Klasse und Rasse wählen. Das erste was uns positiv ins Auge springt, wenn wir ein neues Spiel starten möchten ist, dass es wieder Freiheiten gibt im Erstellen eines Charakters. In Dragon Age 2 war es so, dass man nur die menschliche Rasse spielen konnte. Dies fand in der Community nicht gerade großen Anklang. BioWare hat sich viel Feedback für Dragon Age Inquisition eingeholt und möchte dies damit natürlich auch umsetzen. Dieses mal einen Menschen Magier. Als zweites werden wir wohl auch einen Dalish Elf als Schurke spielen aber eins nach dem anderen. Als weitere Auswahl gibt es noch die Zwerge und Qunari. Die Klassen sind auf die zwei schon genannten, dem Krieger und maximal zwei Unterklassen begrenzt. Hat man dies getan, hat man die Möglichkeit aus einer Reihe von Weltzuständen zu wählen oder eine zu importieren. Dabei spielen Dragon Age Origins inklusive der Add-Ons und DLCs sowie Dragon Age 2 eine Rolle. Hier hatte sich BioWare und Eletronic Arts zusätzlich etwas ausgedacht. Denn wer keinen Spielstand mehr hat, einen der beiden Teile nicht gespielt hat oder einfach nicht nochmal anfangen möchte, kann sich seine Story auf dragonagekeep.com entsprechend anpassen. Ist dies erledigt sehen wir eine Person, welche in einer art Leere steht in der Staubwolken durchs Gesicht wehen. Diese Person scheint unser Hauptcharakter zu sein und wir dürfen uns also unseren Charakter so erstellen wie wir möchten. Der Charakter Editor an sich, ist schön gemacht. So kann man aus einigen Vorlagen wählen und diese nach Belieben anpassen. Hierbei hilft uns eine Art Graph, bei dem sich die Körperteile verändern in die Richtung in der wir den Punkt ziehen. Leider ist es nicht immer so perfekt wie man es gerne hätte, aber das soll uns nicht weiter stören.

Sobald wir unseren Charakter erstellt haben, geht es auch schon weiter in der Szene. Unser Protagonist wird von Spinnenartigen Wesen verfolgt und eine Gestalt aus Licht versucht uns zu retten. Knapp entkommen stehen wir schon vor dem Nächsten Problem, Wachen bei denen wir uns eigentlich sicher fühlen sollten, nehmen uns fest und wir finden uns in einem Gefängnis wieder. Elder Scrolls lässt grüßen. Wir finden es eigentlich nicht schlecht, wenn man nicht immer gleich der Held oder ein Hochgeborener ist, aber muss es immer ein Gefängnis sein in dem das Spiel seinen Anfang nimmt? Ständig fahren Blitze aus der linken Hand unseres Helden die scheinbar auch Schmerzen verursachen als plötzlich die Tür aufgerissen wird und zwei Personen eintreten. Beide kommen uns bekannt vor. Im Gesprächsverlauf wird klar, hierbei handelt es sich um Cassandra Pentaghast eine Sucherin der Göttlichen Justinia, welche ihren ersten Auftritt am Ende von Dragon Age 2 und eine eigene Geschichte in Dawn of the Seeker bekommen hat und ihre Gefährtin Liliana, welche schon seit Dragon Age Origins die Geschichte mit prägen durfte.

DAI_CC_2 DAI_CC_3
Schnell merkt Cassandra, dass sie mit dem Gespräch nicht weiter kommt und daher möchte sie unserem Protagonisten lieber zeigen was ihr Kopfzerbrechen bereitet. Sie führt ihn nach draußen und dort sehen wir das Problem. Ein riesiger Riss klafft zwischen Himmel und der Spitze des Berges. Keiner weiß so recht wie das passieren konnte, nur dass dieser durch eine große Explosion entstanden ist, welcher die göttliche Justinia und hohe Mitglieder der Templer sowie den Magiern in den Tod gerissen hat. Eins ist jedoch klar, wir sollen das Ganze wieder rückgängig machen. Dies sollen wir mit dem Mal auf unserer linken Hand schaffen, welches wohl irgendwie mit den Rissen in Verbindung steht. Denn jedes Mal wenn diese größer werden, wird auch das Mal größer und es tut scheinbar höllisch weh.

Auf dem weiteren Weg erklärt uns Cassandra noch ein paar Details zur aktuellen Lage und befreit uns dann von unseren Fesseln. Ab hier dürfen wir nun selber steuern und das Beste was uns zu aller erst auffällt ist, dass man endlich springen kann und darüber hinaus gibt es so gut wie keine Barrieren mehr. Das heißt, man hat die Freiheit da hin zu gehen wo man möchte. Ob wir jetzt den Berg erkunden der links von uns prangert oder den Weg einfach weiter gehen ist uns überlassen. Dies zieht sich auch später durchs gesamte Spiel Open World wird hier definitiv groß geschrieben und das finden wir im Vergleich zum Vorgänger Dragon Age 2 in dem man etwas beengt in der Stadt unterwegs war, sehr gut gelungen. Auch vor Klippen sollte man sich in Acht nehmen. Nur ein Schritt zu weit und man rutscht den Abhang hinunter und kommt wohlmöglich nicht lebend unten an. Vor Freude hüpfen wir also den Weg entlang und es kommt wie es kommen muss, ein Feuerball aus dem Riss, der so genannten Bresche, schlägt direkt vor uns ein, welcher auch gleich ein paar Dämonen hervorbringt. Heroisch stürzt sich Cassandra direkt in den Kampf, doch wie es der Zufall so will, finden wir auch direkt eine Waffe welche auf unsere Klasse abgestimmt ist. In unserem Fall nehmen wir also den Stab und verprügeln die Dämonen bis zur Unkenntlichkeit. Am Ende des Kampfes erwartet man eigentlich ein Dankeschön für die Hilfe, stattdessen möchte Fräulein Pentaghast, dass wir unsere Waffe weglegen. Und hier tritt das erste größere Ärgernis auf. Denn egal für welche Art von Konversation wir uns entscheiden, es läuft immer auf dasselbe hinaus. Ob wir nun sagen, dass wir die Waffe behalten und die Stimme gegen die Dame erheben oder uns entschuldigen und bereit sind die Waffe wegzulegen. Es hat nicht mal sonderlich groß Auswirkung auf irgendetwas.

So kämpfen wir uns den Weg zu einem der kleineren Risse frei und begegnen dort zwei unserer neuen Weggefährten. Einer ist ein Magier namens Solas und dieser scheint wohl mehr über diese Risse zu wissen als die Sucherin selbst. Zumindest können wir mit seiner Hilfe den Riss schnell schließen. Der Zweite im Bunde ist Varric Tethras und seiner Armbrust Bianca. Diesen doch recht lustigen Zwerg kennt man bereits aus Dragon Age 2 und es ist uns eine Freude, ihn mit seiner lockeren Art wieder dabei zu haben. Mit den zwei neu gewonnen Begleitern machen wir uns auch wieder auf den Weg zurück, schnetzeln uns noch durch einige Gruppen von Dämonen und kommen endlich an. Hier lernen wir den Großkanzler kennen, welcher gar nicht von uns begeistert ist und uns nur zu gerne einkerkern würde. Darüber hinaus dürfen wir hier unsere erste Entscheidung treffen wie wir vorgehen möchten. Entweder gehen wir durch die Berge und retten eventuell ein paar Späher oder wir sammeln die verbliebenen Soldaten und greifen direkt die Bresche an. In unserem Fall entscheiden wir uns für den indirekten Weg durch die Berge. Auf dem Weg dorthin beobachten wir unsere Umgebung und staunen nicht schlecht. Die Atmosphäre mit dem Schnee, die Grafik und die bezaubernde Landschaft macht schon einiges her.

Wonderful World 01Dragon Age Inquisition kann, was die Grafik angeht, ab der ersten Sekunde gut überzeugen. Ob es die kleinen Details auf den Wegen ist oder in der Ferne die Berge gehüllt in Schnee und Nebel. Atemberaubende Landschaften wohin das Auge sieht und auch die Atmosphäre kommt definitiv nicht zu kurz. Beispielsweise gibt es einen Abschnitt bei dem man in der Nacht anreist und es ziemlich stürmisch ist. Man fühlt förmlich die Nässe um sich rum. Schön ist es auch, wenn nach einem Kampf die Rüstung und Schwerter voll Blut sind. Hier leistet die hauseigene Frostbite 3 Engine so einiges. Leider machen die Charaktere oder Personen an sich, keinen großen Hehl daraus. Dennoch um die Stimmung kommt keiner herum, Eine Oase die versteckt hinter einem Berg liegt, welche man nur durch einen kleinen und schmalen Durchgang erreicht, entfaltet seine ganze Pracht. Auch Lichtspiele sind, wenn auch nicht immer ganz durchdacht, sehr ansehnlich und machen etwas her. Darüber hinaus gibt es auch schöne Orte zu entdecken wie etwa Ruinen. Zur Grafik und Atmosphäre gehört natürlich auch die Soundkulisse. Auch hier braucht sich BioWare nicht zu verstecken. Kleintier was im Gebüsch raschelt. Die Feuermagie, welche an uns vorbeirauscht und die großartigen Drachen mit ihrem Gebrüll. Alles ist gut miteinander abgestimmt und bringt große Freude auf.

An der Bresche angekommen verteilt Liliana ihre Bogenschützen rund um den Riss und wir sind mitten drin. Nach einer kurzen Sequenz müssen wir unseren ersten Boss Dämon besiegen. Dies ist nicht gerade leicht, aber mit etwas Geschick und dem sehr gut ausgebauten Taktik Modus, welchen man schon aus den vorherigen Teilen kennt, ist es dennoch machbar. Natürlich müssen wir den Riss wie die vorherigen auch schließen. Der Kampf und das Schließen des Risses zerrt unsere ganze Kraft auf und so fallen wir ohnmächtig zu Boden. Wir wachen in Haven auf wo uns alle zu unserer großartigen Tat beglückwünschen möchten. Wie schnell man doch vom Gefangenen zum Held werden kann. Hier endet die Einführung und das Tutorial von Dragon Age Inquisition und der eigentliche Kampf geht erst richtig los.
Dales_WM_004

Die Welt von Dragon Age

Die Geschichte von Dragon Age wird in Dragon Age Inquisition sehr gut weiter geführt. Wer die vorherigen Teile gespielt und/oder die Geschichte verfolgt hat, darf sich auf jeden Fall auf sehr vieles freuen. Auch wenn sie nach einem fulminanten Start einen kleinen Durchhänger hat, erstreckt sie sich gut durch das ganze Spiel. Das Beste daran ist es, altbekannte Gesichter wieder zu sehen und mit ihnen gemeinsam den Weg zu beschreiten um das Böse einmal mehr aufzuhalten. Je nachdem wie man in den vorangegangen Teilen gehandelt hat, spiegelt es sich natürlich auch im dritten Teil wieder. So erzählt Varric auf Nachfrage unseres Protagonisten Einzelheiten aus der Vergangenheit und wir schwelgen in Erinnerung. Auch kann man Orte in ganz Ferelden besuchen wie beispielsweise Redcliff und sehen wie es sich verändert hat. Man sieht eine zerstörte Brücke oder das Mühlenhaus in dem sich einst der Schmied vor der dunklen Brut versteckt hatte. Aber auch neue Personen und Orte sind von Belang und es ist schön diese zu bereisen und mit dem open World Faktor zu erkunden.

Dabei bleiben einem viele Möglichkeiten offen. Natürlich kann man von Quest zu Quest gehen, von denen es übrigens eine ganze Menge gibt, aber was wäre die schöne Welt ohne dem Erkundungsdrang. Zugegeben, es gibt keine direkte Aufforderung durch das Spiel selbst in Gebiete oder Regionen zu gehen in denen wir nichts zu tun haben, dennoch möchte man etwas davon sehen und man bekommt so natürlich auch etwas mit was mit der Welt und ihren Bewohnern passiert ist. Das Beste Beispiel für dieses open World Feeling ist, dass wir ein Lager errichtet und dahinter eine Höhle entdeckt haben. Es stellt sich aber heraus, dass dies keine Höhle war sondern ein Durchgang zu einem Gebiet, welches von einem Drachen bewohnt wird. So schnell es geht, haben wir uns zurückgezogen und sind in eine andere Richtung gegangen. Doch leider sind viele Texte und Notizen welche man findet etwas lieblos angebracht und haben hin und wieder nichts mit der Szenerie zu tun, aber dennoch möchte man mehr sehen und findet eventuell etwas Nützliches. Auch kann man dabei entsprechende Sehenswürdigkeiten entdecken und besondere Gegenstände für die Inquisition beanspruchen, doch da vieles schon vormarkiert ist, kommt es eher dem Sammeleffekt gleich statt zu entdecken was da ist. Darüber hinaus ist es schade, dass man viel zu wenig mit der Umgebung interagieren kann. Wir betreten ein Haus und können nichts machen, außer mit den Personen sprechen oder besagte Notizen lesen. Hin und wieder finden wir auch einmal eine Kiste die wir ausnehmen können. Hierbei sei noch angemerkt, wenn wir Kisten in Häusern von fremden Leuten leeren, passiert rein gar nichts. Wir können also ungestraft plündern, stehlen und sogar unsere Waffen ziehen und ganz normal mit den Personen dort reden ohne, dass es sie auch nur ansatzweise interessiert. Auch an manchen Nebenquests kann man etwas aussetzen. Manche sind so designt, dass man keine 10 Meter laufen muss um diese zu beenden und da fragt man sich, ob der Questgeber es nicht hätte selbst machen können. Generell gibt es zu wenig wirklich abwechslungsreiche Quests. Man kennt das allgemeine Problem; hole dies, sage Person XY das und so weiter. Man ist von BioWare definitiv besseres gewöhnt als dieses.
Skyhold_WM_02Aber es gibt natürlich noch viel mehr als nur Quests, welches die Spielwelt bereichert. So kann man diverse Astrarien finden welche einen Blick in die Sterne erlauben. Hier muss man dann die Sterne in der richtigen Reihenfolge miteinander verbinden. Als Ergebnis bekommt man einen Eintrag in sein Kodex und auf der Karte wird eine Höhle eingezeichnet, welche nun einen Schatz beinhaltet. Doof nur, wenn man die Höhle schon erkundet und leer geräumt hat. So muss man nun nochmal hin. Was tut man nicht alles für eine ordentliche Beute. Man kann auch Himmelssplitter sammeln, welche später zusammen gesetzt werden können, Außenlager errichten, Risse schließen und natürlich für seine Inquisition Gegenstände sammeln, welche im Verlauf des Spieles für Sachen wie Ausrüstung oder Forschung genutzt werden können.

Dies ist ein weiterer Stichpunkt. Es ist zwar schön die Möglichkeit zu haben, aber warum es zu einem essentiellen Teil des Spieles zu machen, dass man Ressourcen für die Inquisition sammeln muss, entgleitet uns hier. Schließlich sind wir der Inquisitor, der der die Dämonischen Risse schließt und sich um Politik kümmern muss. Dennoch, wenn wir die Inquisition aufbauen möchten, müssen wir uns ans Sammeln von Steinen, Eisen, Fellen und anderen Dingen machen und aufzubauen gibt es zumindest in der Theorie ziemlich viel. So kann man seiner Feste neue Vorhänge holen, einen weiteren Thron bereitstellen bessere Ausrüstung anfertigen oder Werkbänke verbessern. Auch kann man mit den Sachen Forschung betreiben, welches, sollte man beispielsweise eine gewisse Menge Fleisch oder ähnliches von einer Kreatur gesammelt haben, entsprechend Schwachpunkte freischaltet. Somit hat man die Möglichkeit mehr Schaden anzurichten und die Gegner schneller den Garaus zu machen.

Die Welt von Dragon Age Inquisition ist mehr als doppelt so groß wie die Vorgänger. Insgesamt hat man aber das Potenzial nicht genutzt diese auch entsprechend zu füllen. Das Leben und die Menschen wirken etwas statisch. Man sieht, wenn man so durch die Welt reitet, was auch ein richtig tolles Feature ist, nicht viel von der Katastrophe oder hat viel damit zu tun, außer eben die entsprechenden HotSpots. Wenn man mal in einem Dorf ist, kann man allerdings den Leuten beim Tageswerk zuschauen und Gespräche mitverfolgen. Darüber hinaus haben wir uns eigentlich richtig auf das Feature Inquisition aufbauen und Politik führen gefreut. Wir dachten, dass es hier einiges zu tun gibt. Aber ob nun kaum Waffen vorrätig sind oder die Inquisition voll ausgestattet ist, macht sichtlich keinen Unterschied. Man kann auch keine kriegerischen Aktivitäten begleiten oder sich auf solche vorbereiten und diese leiten oder gar beobachten. Das Einzige was wirklich aufbaumäßig zu sehen war, war in der Feste, das von Zeit zu Zeit es etwas aufgeräumter aussah. Wir finden dies nicht gerade gelungen. Wofür gibt es den Kriegsrat, wenn man keine Leute anheuern und ausbilden kann? Wenn man sie nicht ausstatten kann mit den Waffen die man aus seinem gefundenen Erz hergestellt hat und damit dann gebiete einnimmt oder Aufständische oder Dämonen zurück schlägt? Dieser ist nur dafür da, Informationen, welches die Story vorantreibt oder durch Nebenquests des Kriegsrates erspielt wurde, weiterzugeben.
NOV 17 DAI screen 6Die Quests können auf dem Tisch selbst ausgewählt werden. Hierbei steht dem Spieler zum einen das bekannte Ferelden zur Verfügung und zum anderen Orlais. Hier kann man alle drei Kriegsratsmitglieder entsprechend für fast alle Quests einsetzen. Nur die Vorgehensweise ist bei den dreien jeweils eine andere. So würde Cullen, welcher für die Armee zuständig ist, einfach Türen eintreten während Liliana Gift einsetzen würde und Josephine fordert einfach einen alten Gefallen ein oder bezahlt eine entsprechende Summe. Aber der Nutzen dieser Quests beschränkt sich im Grunde nur auf Vermehrung des Goldes oder Gegenständen und kann auch einmal einen neuen Verbündeten zur Inquisition holen. Weiterhin können hier die Macht der Inquisition eingesehen werden und auch Inquisitionspunkte verteilt werden. Diese bringen dem Spieler beispielsweise mehr Gold beim Verkaufen der Waren oder ein besseres Geschick an Schlösser Knacken.

Zwischenmenschliches in Dragon Age Inquisition wird natürlich auch wieder groß geschrieben. So hat man die Möglichkeit bis zu neun Begleiter zu bekommen. Mit allen kann man, je nachdem welches Geschlecht man hat, natürlich auch wieder eine Beziehung eingehen. Dies äußert sich darin, wie man mit den Gegenüber umgeht, welche Entscheidungen man trifft und wie hilfsbereit man ist seine Quests zu übernehmen. Bei jeder Unterhaltung sieht man dann ein “Stimmt zu” oder eben ein “Stimmt nicht zu”. Wir haben davon aber kaum was gesehen, bei uns war es nur ein “Stimmt tendenziell zu” oder eben “Stimmt tendenziell dagegen”. Somit war nie wirklich ersichtlich was die Person mag oder nicht. Auch kann man den aktuellen Status der Beziehung nirgends ersehen. Dies ist kein Nachteil, wir finden es gut, nur im Vergleich zu anderen Sachen die einem vorgesetzt werden, ist es irgendwie komisch. Auch die Unterhaltungen mit Questgebern oder sonstigen Personen laufen zum Großteil so ab, dass man alleine das Gespräch führt. In den Vorgängern haben die Begleiter noch knallhart ihre Meinung gesagt und aktiv mitgewirkt. In Dragon Age Inquisition überlässt man alles dem Inquisitor selbst, bloß nicht stören heißt hier die Devise.

Wenn wir schon bei Unterhaltungen sind, mit ca. 5 Millionen Zeilen gesprochenen und geschriebenen Text, welche in diesem Spiel verbaut sind sollte man eigentlich etwas erwarten, was einem vom Hocker haut. Natürlich es gibt viele Szenen die vor Spannung nur so strotzen und die Mimik der Personen ist sehr gut umgesetzt, doch manche Charaktere hören sich lustlos an, als wäre der Text einfach abgelesen. Auch bringen die meisten Entscheidungen keine Änderung am Spiel, sondern sind nur Lückenfüller. Wir können auch oft nicht wirklich das Entscheiden was wir für richtig halten würden. Wenn eine Person mehr als nur unfreundlich ist und wir sie eventuell um die Ecke bringen möchten, weil uns gerade danach ist, ist dies nicht möglich. Vieles ist vorgegeben wie die Waffe, welche man am Anfang behalten durfte. Auch wird man zwar an manchen Orten beschimpft oder ähnliches, aber die Umgebung verhält sich, als nichts wäre. Insgesamt fühlt sich der Charakter nicht so an, wie er sollte. Wir konnten ihn nicht so spielen wie wir es gerne getan hätten womit man sich dann auch nicht mit dem Protagonisten identifizieren kann.
WesternApproach_02

Die Steuerung

Laufen, springen, klettern, kämpfen, reiten. Es gibt einiges was man in Inquisition nun machen kann. Unter anderem das Springen. Das macht eine Menge Spaß. Sicherlich springt man nun nicht durch die ganze Story, doch für die Situationen in der man es nutzen kann, kann man es auch auskosten. Dazu gehört auch das klettern. Ob Leiter rauf oder runter, man kommt an Ecken heran, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte. Das Reiten ist eine Sache für sich. Um größere Strecken zurückzulegen ist es gut zu gebrauchen, nimmt aber auch irgendwie ein Teil des Spieles. Da man sich sowieso zu fast jedem Ort Teleportieren kann, macht dies nicht viel Sinn. Außerdem verschwinden die Begleiter auf Mysteriöse Weise und tauchen wieder auf, wenn man vom Sattel springt. Auch bemerken die Monster einen auf dem Pferd meistens erst, wenn man schon an ihnen dran steht.

Das Kämpfen ist eine Sache für sich. Für uns fühlt es sich toll an. Man kann selbst entscheiden wie man das Spiel spielt. Entweder mit dem eingebauten taktischen Modus, welcher viele Freiheiten lässt und man den Gefährten sagen kann, wer wann wie wo angreift oder man es einfach Action basierend lässt und die ganze Zeit draufholzt. Natürlich muss man den Angriffen des Gegners auch ausweichen. Für die kleineren Gegner ist dies in der Regel kein Problem. Für größere Dämonen oder sogar Drachen kann es sehr brenzlig werden. In Dragon Age Inquisition gibt es unter anderem keinen Heiler mehr. Das einzige was hier übrig geblieben ist, ist eine Supporter Klasse, welche einen mit einem magischen Schild ausstattet. Weit genug geskillt, kann dies schon einiges aushalten, aber man sollte die Kämpfe dann trotzdem nicht unbedingt auf die leichte Schulter nehmen. Hier ist es beispielsweise wichtig, dass man die Schilde zaubernden Unterstützer oder die einzelnen Körperteile des Drachen anvisiert um den Kampf zu gewinnen. Eine große Hilfe ist hier auch die Pause, die man jederzeit nutzen kann und eben die taktische Top-Down Ansicht. Für uns hat es sich bewährt ein sehr starkes offensives Team zusammen zu stellen und so hatten wir eine Gruppe aus 3 Offensiv Magiern und einem Krieger. Je nach Länge und Schwierigkeit des Kampfes ist es natürlich auch wichtig entsprechende Heiltränke, die man einwerfen kann dabei zu haben. Schön anzusehen ist es auch, dass man verschiedene Klassen miteinander kombinieren kann. So kann der Eismagier die Gegner einfrieren und der Krieger stürmt auf diese zu und zerschmettert sie in tausend kleine Splitter. Die Effekte hierfür sind schön gemacht.
DAI_Preview_Screenshot (1)

Einer für alle

Ein kleines bis mittelgroßes Ärgernis war der Mutliplayer. Wie haben wir uns auf diesen Part gefreut. Als Krieger und Magier haben wir eine Partie gestartet und mussten sehr schnell feststellen, dass wir überhaupt keine Chance hatten. Es war kein spielen sondern eher ein durchsterben. Dies lag nicht unbedingt an der Balance der Klassen, der Schwierigkeitsgrad skalliert nur nicht mit der Anzahl der Spieler und so ist man gezwungen sich mit 4 Spielern zusammen zu tun. Auch wenn man nur zu zweit oder zu dritt ist. Aber auch wenn man mit vier Leuten und dabei ist das Matchmaking scheinbar auch eher schlecht als recht, denn ein Spieler mit Level 16 sollte nicht unbedingt mit Spielern welche Level 2 haben gematcht werden, ist es manchmal etwas schwer. Es macht Anfänglich auch nicht wirklich Spaß den Multiplayer zu spielen. Erst ab Level 7, wenn man schon einige Skillpunkte vergeben konnte, kann man, wenn man vorsichtig ist, einigermaßen gut durch die Level durch. Dabei sollte man aber darauf achten wie genau man seine Punkte verteilt, denn ein Neuverteilen ist nicht möglich. Hier muss man darauf warten, dass man Level 20 wird und dann von neuem beginnen kann. Hier bekommt man dann eine entsprechende Belohnung wie beispielsweise mehr Schaden. Das generelle Gameplay ist aber gut geworden und es ist im Verlauf zwar anspruchsvoll aber nicht zu leicht, wenn man nicht gerade mit zwei Magiern die voll auf Schilde geskillt sind unterwegs ist.

Leider gibt es nur 4 verschiedene Maps und davon noch eine Tag und Nacht Abwandlung. Des Weiteren hat das Spiel einen Item Shop. Hier kann man das erspielte Geld in Truhen investieren welche Ausrüstung wie Waffen oder Tränke oder Ressourcen zur Herstellung eben jener Ausrüstung beinhaltet. In den Level selbst, kann man natürlich auch entsprechend etwas finden, aber die Ausbeute hält sich in Grenzen. Auch ist das Abschließen des Levels etwas unverständlich. So bekommt jemand der die Hälfte der Zeit tot in der Ecke lag Goldmedaillen über Goldmedaillen doch jemand der aktiv mithilft die dunkle Brut zu bekämpfen muss sich mit Silber oder gar Bronze zufrieden stellen.

Taktische_Kamera_2 Taktische_Kamera_1
Anfangs sind nur 3 Klassen, der Magier, Krieger und Bogenschütze freigeschaltet. Von Zeit zu Zeit kann man noch 9 andere freischalten. Dies hört sich aber leichter an als es ist. So kann es passieren, dass man innerhalb von 20 Stunden nicht eine einzige Klasse freispielt. Andererseits kann man von Glück gesegnet sein und in der gleichen Zeit alles bekommen haben. Um eine Klasse freizuschalten ist es notwendig, dass man einen bestimmten Ausrüstungsgegenstand herstellt. Hierfür brauch man dann natürlich auch die Ressourcen die man durch die Truhen bekommt. Hierbei sei angemerkt, dass man diese Gegenstände komplett finden kann. Natürlich kann man auch echtes Geld ausgeben um die Ressourcen zu bekommen. Dies bleibt jedem selbst überlassen.

Good

  • Sehr viele Quests und Aufträge
  • Riesige offene Spielwelt
  • Berauschende Landschaften
  • Sehr gute Grafik und Effekte
  • Gute taktische Kämpfe
  • Kombinieren einzelner Klassen
  • Klettern, springen und reiten
  • Speicherstände importierbar
  • Ausgangslage durch DrangAgeKeep.com veränderbar
  • Gute Steuerung

Bad

  • Oft lustlos gesprochene Texte
  • Viele Quests mit "Hole dies" - "Erzähle XY das"
  • Verschenktes Potential der Inquisition
  • Nicht ausgereifter Multiplayer
  • Entscheidungen sehr oft nicht von Belang
  • Spieler kann sich mit dem Charakter nicht identifizieren

Summary

Dragon Age hat eine wirklich tolle Story und diese führt Dragon Age Inquisition gut weiter. Auch wenn sie zwischenzeitlich ein paar Tiefen erlebt und die Dramatik nicht mehr so fesselnd ist, wie sie einst war. Vieles gibt es zu entdecken und altbekannte Gesichter tauchen auf. Neue Features wie Springen, Klettern oder der open World Faktor machen eine Menge Spaß. Jedoch fehlt es etwas an Fülle um den freien Platz auch entsprechend zu nutzen. Vieles passt nicht ganz wie es soll und einiges hat man sich anders vorgestellt als es letztendlich geworden ist. Beispielsweise kann man die Inquisition nicht so ausbauen und spielerisch und interaktiv nutzen wie man es erwarten würde in diesem Ausmaß oder man kann in Unterhaltungen jede erdenklichen Weg gehen der aber am Ende keinen Effekt hat. Die Grafik von Dragon Age Inquisition ist schön an zu sehen und sie macht einiges her. Das Kämpfen hält einen bei Laune. Der Multiplayer ist leider etwas schwach ausgefallen. Insgesamt ist Dragon Age ein wirklich guter Nachfolger, nur hakt es hier und da und kommt von der Qualität des ersten Teiles der Reihe nicht heran.
8.5

Great

Lost Password

Sign Up